19.-27.03.2010 Radsportler im Trainingscamp Cesenatico/Italien
Unsere sächsischen Radsportler waren im Trainingscamp in Cesenatico/Italien (ein Bericht von Rüdiger Kogel, Betreuer)
Als Vorbereitung auf die Saison 2010 suchten wir für unsere Special-Olympics Radfahrer nach einer geeigneten Möglichkeit, ein ordentliches Grundlagentraining im Frühjahr zu organisieren. Durch Zufall und glückliche Umstände erfuhren wir über mehrere Umwege von diesem Trainingscamp in Cesenatico, Italien, des Polizeisportvereins Plauen, und der Möglichkeit daran teilzunehmen. Schnell war der Entschluss gefasst mit mehreren Sportlern mitzufahren. Nach doch etwas umfangreicherer Vorbereitung und kleineren Fehlschlägen wie dem Ausfall der Mitfahrgelegenheit im Reisebus, konnte doch alles geklärt werden so dass es am 19.03.2010 mit einem angemieteten Kleinbus losgehen konnte. Mit dabei waren Daniel Naumann, Holm Hoffmann und Boris Kogel von Special-Olympics Sachsen, sowie Andreas Riege, Rainer Wittulski und ich, Rüdiger Kogel, vom Rundfunk-Berlin-Brandenburg als Betreuer.
Damit wir ein erkennbares und einheitliches Auftreten als Special-Olympics Sportler hatten, wurden vor Fahrtantritt unsere drei Protagonisten noch mit durch die Firma Projektbüro Zweiniger GmbH gesponserten neuen Trikots und Hosen durch Ihren Trainer Carsten Bergemann versorgt.
Am 19.03.2010 gegen 15.00 Uhr war Abfahrt in Görlitz. Nachdem gegen 16.00 Uhr noch Holm und Daniel in Leppersdorf zugestiegen sind, ging die Fahrt in Richtung Italien über Chemnitz, Hof, München, Innsbruck, Brennerpass, Gardasee, Bologna bis schließlich nach Cesenatico. Nach durchfahrener Nacht sind wir am 20.03.2010 um 05.30 Uhr ohne Probleme, aber zu zeitig angekommen. Um 07.30 Uhr konnten wir im Hotel unsere Zimmer beziehen. Da wir also ca. 2 Stunden Zeit hatten, konnten wir am Strand einen herrlichen Sonnenaufgang beobachten und uns alle bestens auf eine Woche Italien einstimmen.
Vormittag haben dann alle ein bisschen gedöst oder geschlafen. Am Nachmittag wurde dann gemeinsam mit dem Organisator des Camps, Winfried Schiller vom Polizeisportverein Plauen, genannt „Winne“, eine erste kleine Ausfahrt von ca. 30 km bei bedeckten 17° C unternommen. Zum Abendessen wurde durch „Winne“ der tägliche Ablauf vorgestellt und die insgesamt 75 Teilnehmer in Trainingsgruppen eingeteilt. Unsere Gruppe, außer Rainer, der in einer stärkeren Gruppe trainierte, habe ich bei den älteren Herren eingeteilt, da hier der tägliche Trainingsumfang bei ca. 70 – 100 km mit einem Stundenmittel von 25 km/h liegen sollte.
21.03.2010-Erster Trainingstag
Nach dem Frühstück gegen 09.30 Uhr bei teilweise sonnigen 20°C ging es los. Zum Einrollen hatte ich erst einmal unsere Gruppe komplett an das Ende der Trainingsgruppe mit einer Gesamtstärke von 35 Mann eingeordnet. Da es an diesem Tag ausschließlich im flachen Gelände bei 25 km/h ruhig rollte, stellten die 95 km in 4:20 h kein Problem dar.
22.03.2010-Zweiter Trainingstag
Schock zum Frühstück – es regnet.
Bedingt durch den Regen wurde das Tagesprogramm umgestellt. Nach dem Frühstück sind wir mit dem Bus ein Stück gefahren und haben das Marco-Pantani- Museum besichtigt. Anschließend ging es noch zu Fuß durch den historische Hafen von Cesenatico.
Nach dem Mittagessen wurde das Wetter deutlich besser und vor allem trocken. Unsere Trainingsgruppe vom Vortag wurde auf Grund der Größe in zwei Gruppen aufgeteilt. Dies erwies sich als richtig, da dadurch der Verkehr besser vorbeikam, sowie das durchfahren der vielen Kreisverkehre, wie in Italien üblich, wesentlich unkomplizierter verlief. Holm ließen wir an diesem Nachmittag im Hotel, da es ihm nicht ganz so gut ging. Mit den anderen ging es dann schon gewohnt gut los. Nach dem ersten etwas heftigeren Berg an diesem Tag und dem sammeln der Gruppe am oberen Punkt, beschlossen wir die Gruppen nochmals zu teilen und unterschiedlich lange Rückfahrten zum Hotel zu unternehmen. Dadurch kamen Daniel, Andreas und Rainer an diesem Tag auf 87 km in 3,50 h und Boris mit mir auf
64 km in 2,40 h.
23.03.2010-Dritter Trainingstag
Das Wetter wurde wieder besser und bei teilweise sonnigen 18°C ging es um 09. 30 Uhr los. Diesmal stand zum Ende der Fahrt ein etwas giftiger Berg zur Wahl, ob man ihn hoch fährt oder auslässt. Da ich es noch nicht übertreiben wollte haben wir, unsere drei SODiS Fahrer und ich den Berg weggelassen und sind so auf 85 km in 3,40 h gekommen. Andreas hat sich den Berg angetan und kam nach 94 km in 4,20 h ziemlich „breit“ ins Hotel. Rainer wollte gutes tun und fuhr mit einer anderen Gruppe 100 km mit zwei unangenehmen Bergen.
24.03.2010-Ruhetag
Wetter 17°C neblig-trüb
Am Vortag konnte ein Trainingsteilnehmer mit professioneller Fotoausrüstung überzeugt werden, Fotos von allen Teilnehmern zu schießen. Dazu ging es Gruppenweise in voller Montur zum Fototermin zum ca. 4 km entfernten Pantanidenkmal. Dort wurde dann mit „geschätzten“ 150 Apparaten mehr oder weniger gute und auch sehr gute Fotos geschossen. Die besten davon liegen unseren Teilnehmern auf CD vor.
Danach fuhr unsere SODiS Gruppe ca. eine Stunde ganz locker durch die Gegend. Nur Rainer konnte nicht stillhalten, und gab es sich bei 117 km in 4,45 h und 3 kräftigen Bergen richtig.
Der Nachmittag war dann für alle frei. Holm und Daniel machten einen ausgiebigen Mittagsschlaf. Boris, Andreas und ich unternahmen eine dreistündige Strandwanderung mit Zwischenstopp an einer Eisdiele und einer Supereisbombe, mit dem Ergebnis, dass Boris davon schlecht wurde.
25.03.2010-vierter Trainingstag
Bei deutlich besseren Wetter mit sonnigen 21°C konnte gleich in kurzen Sachen gefahren werden. Ab heute sollte es nun schwerer und vor allem bergiger werden. Ziel ist SAN LEO auf einem Berg mit einem ca. 7 km langen Schlußanstieg. Um es gleich vorwegzunehmen. Alle haben dies mit Bravour gemeistert. Bis hin zum Berg verlief der Kurs meist im Flachen. Am Fuße des Berges gab es von „Winne“ noch eine kurze Einweisung zum Treffpunkt damit wir uns auch wieder alle zusammenfinden. Nachdem ich Boris auch den richtigen Gang aufgelegt hatte ging es nun los auf den Berg. Unsere beiden Athleten Daniel und Holm gaben richtig Gas, zeigten den alten Männern wie es geht, und kamen mit als erste oben an. Auch Boris fuhr mit mir ein sehr gleichmäßiges zügiges Tempo. Alle anderen quälten sich so gut es ging hinauf. Oben angekommen machten wir eine längere, für manche notwendige, Pause und genossen das phantastische Panorama.
Nachdem sich alle wieder erholt hatten, ging es wieder auf den Rückweg. Bei der nun folgenden recht flotten Abfahrt vom Berg mussten wir unsere Helden etwas einbremsen, damit wir auch heil unten ankommen. Aber es ging alles gut und die Rückfahrt war wie gewohnt problemlos.
An diesem Tag sind wir 91 km in 4 Stunden mit dem beschriebenen Berg unterwegs gewesen.
26.03.2010-fünfter und letzter Trainingstag
Zum Abschluss meint es das Wetter noch mal richtig gut. 22°C und sonnig.
Als krönenden Abschluss soll es heute nach SAN MARINO gehen. Da es bis dahin zwei kräftige Berge mit bis zu 18% Steigungen gibt, bin ich ein wenig skeptisch ob alle drei SODiS - Helden auch bei der zu erwartenden Wärme durchhalten werden. Aber auch heute haben mich alle drei wieder positiv überrascht. Unsere stets anfängliche Formation am Ende des Feldes löste sich recht schnell wieder auf. Daniel und Holm mischten sich unters „Volk“. Boris und ich blieb hinten, da er beim schalten und essen doch immer wieder Unterstützung braucht und wir dabei niemand in Gefahr bringen wollten. Die Fahrt in der Ebene war unkompliziert. Am Fuße der Berge gab „Winne“ wieder die Einweisung und dann ging es los. Daniel wieder vorneweg. Holm und Boris bei mir. Obwohl wir uns an den 18% fast die Beine verbogen haben, haben es doch alle geschafft. Nach einem kurzen sammeln ging es geschlossen weiter zum Schlußanstieg nach SAN MARINO. Dieser war zwar nicht mehr so steil aber mit ca. 8 km Länge doch recht beschwerlich, was den einen oder anderen Fluch hervorbrachte. Trotzdem wurde auch dies geschafft. Nach einer Kaffeepause in SAN MARINO ging es wieder auf eine recht rasante Abfahrt. Da auch hier alle heil unten ankamen ging es in der Ebene im flotten Tempo zum letzten Mal in Richtung Hotel.
Heute wurden noch mal 85 km in 4 Stunden mit den beschriebenen Bergen gefahren.
Am Abend gab es dann eine Auswertung des Trainingcamps durch „Winne“. An allen Tagen gab es nur einen einzigen Sturz ohne Schäden in einer anderen Gruppe. Alles andere verlief völlig problemlos.
Von den anderen Teilnehmern des Trainingscamps wurden unsere Athleten nach anfänglicher Skepsis ganz schnell auch ob ihrer Leistungen akzeptiert. Ich denke ,sie werden ihre nächsten Auftritte über das Internet begleiten.
Auch innerhalb unserer SODiS Trainingsgruppe gab es an all den Tagen keinerlei Probleme. Es wurden ordentliche Trainingskilometer zum Grundlagentraining am Saisonanfang gefahren. Dazu kommt der Aspekt, dass der Zusammenhalt innerhalb der Gruppe gefestigt wurde. Jeder hat dem anderen geholfen. Daniel z.B. wechselte bei mir am Abend vorsorglich die Reifen, da ich bereits mehrere Risse im Mantel hatte. Holm z.B. unterstützte Boris beim essen vorbereiten, wenn wir von den Ausfahrten zurückkamen. U.s.w.
Abends trafen wir uns dann meistens noch auf ein kleines Getränk in der Hotelhalle und hatten bei den Auswertungen oder Gesprächen auch noch viel Spaß gemeinsam.
27.03.2010-Heimfahrt
Nach einem ordentlichen Frühstück ging es schweren Herzens um 08.30 Uhr auf die Rückfahrt. Nach mehreren Pausen und Tankstopps kamen wir über die gleiche Route wie auf der Hinfahrt gegen 21.00 Uhr in Leppersdorf und 22.00 Uhr in Görlitz wieder an.
Abschließend möchte ich mich noch mal bei allen Teilnehmern für die angenehmen, anstrengenden aber auch fröhlichen Tage bedanken. Nachdem nun für diese Saison der Grundstein gelegt ist, sollte fleißig weiter unter Anleitung von Carsten Bergemann trainiert werden, damit die angepeilten Ziele erfüllt werden.
Euer
Rüdiger Kogel





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